Jeden Tag schauen wir uns neue, nachhaltige Hotels an. Leider nicht, wie man jetzt schnell denken könnte vor Ort, sondern fast immer virtuell und eher theoretisch. Wir prüfen die Zertifikate, lesen Nachhaltigkeitsberichte und studieren die Webseiten. Und auch wir sind bei unserer Arbeit nicht immer davor gefeit, in Klischees zu verfallen oder manchmal sogar das ein oder andere Vorurteil zu bedienen.

Wenn wir ehrlich sind, treten diese „Probleme“ immer dann auf, wenn wir darüber diskutieren, wie wir Häuser von größeren Unternehmen, sprich Hotelketten bewerten wollen. Das romantische Bild vom kleinen Hotelier, der/die mit voller Hingabe eine kleine Perle der Nachhaltigkeit betreibt, greift hier ganz offensichtlich nicht immer.

Man findet auf unserer Seite aber eben auch Clubhotels mit einem großen Aktivitäten-Angebot und Strandhotels bekannter Ketten, die auf den ersten Blick kaum von ähnlichen Häusern ohne nachhaltiges Engagement zu unterscheiden sind.

Schließen sich Nachhaltigkeit und Hotelketten aus?

Häufig werden wir gefragt, ob das kein Widerspruch sei, Nachhaltigkeit und Mainstream-Hotellerie. Wir finden das zu verengt und möchten an dieser Stelle gerne unseren Blog nutzen, um zu erklären, warum wir auch größere, „klassische“ Hotelanlagen auf unserer Seite haben.

Ganz wichtig für unsere Entscheidung, ob ein Hotel bei uns buchbar ist, ist Neutralität. Für jedes Haus gelten die gleichen Kriterien und Maßstäbe. Gibt es ein aktuelles, vertrauenswürdiges Zertifikat, welches die nachhaltigen Aktivitäten belegt? Gibt es einen aktuellen Nachhaltigkeitsbericht? Sind die Angaben transparent und nachvollziehbar?

Im nächsten Schritt beginnt dann die Detailarbeit: Der FairWeg-Score wird ermittelt. In welchem Bereich wird was getan und in welchem Umfang? Dabei kann es dann bei größeren Hotelanlagen und -ketten im Vergleich zu kleineren, inhabergeführten Hotels einige Argumente geben, die den Score verschlechtern, aber genauso auch solche, die ihn verbessern können.

Wenn beispielsweise eine Hotelkette alle Hotels pauschal mit einem Nachhaltigkeitszertifikat bewirbt, sich aber das Engagement der einzelnen Hotels nicht individuell überprüfen lässt, sinkt der Score. Zeigen aber einzelne Hotels mehr Engagement als von der Kette gefordert, kann der Score ebenso gut auch steigen. Wie auch bei unabhängigen Hotels gibt es hier durchaus große Unterschiede.

Das glaubwürdige Engagement macht den Unterschied aus

Es gibt hier also keine einfache Antwort. Deshalb halten wir es mit den Mainstream-Hotels genauso wie mit den kleinen, nachhaltigen Perlen. Wir checken und beschreiben sie in allen Details, so objektiv und transparent es geht. Außerdem machen wir klar, um welchen Hoteltyp es sich handelt. Es ist also eher unwahrscheinlich, dass ihr bei uns aus Versehen einen Cluburlaub direkt am Strand bucht, obwohl ihr doch eigentlich nur ein kleines Idyll in den Bergen haben wolltet.

Unser Fazit am Ende dieser Diskussion über die Nachhaltigkeit des Mainstreams ist, dass Transparenz und Neutralität gute Ratgeber sind. Beide Bereiche decken wir mit dem FairWeg Score ab.

Der Rest ist dann eure individuelle Entscheidung, für die ihr bei uns die richtigen Kriterien findet. Ob es dann ein großes Beach-Resort mit überzeugendem nachhaltigem Konzept, oder das kleine, engagierte CO₂-neutrale Bio-Hotel in den Bergen wird, hängt von euren Vorlieben ab. Es wird aber in jedem Fall die bessere Wahl sein, als eine Unterkunft, der nachhaltige Themen vollkommen egal sind.