„Nachhaltig reisen? Das ist doch bestimmt viel teurer.“
Diesen Satz hören wir ständig. Und ganz ehrlich: Er hält sich hartnäckig. Bio, Fairtrade, Öko – das klingt für viele erst einmal nach Aufpreis.
Aber hier kommt die gute Nachricht: Nachhaltiges Reisen ist nicht automatisch teurer.
Oft ist sogar das Gegenteil der Fall.
Zeit, mit diesem Mythos aufzuräumen.
Woher kommt eigentlich dieses Vorurteil?
Wir sind es gewohnt, Nachhaltigkeit mit höheren Preisen zu verbinden. Im Supermarkt kostet das Bio-Produkt manchmal mehr. Also übertragen wir das automatisch auf den Urlaub.
Doch Reisen funktioniert anders.
Beim nachhaltigen Reisen geht es nicht um „Luxus-Öko-Resorts mit Designer-Holzmöbeln“, sondern vor allem um:
- bewusste Planung
- längere Aufenthalte statt vieler Kurztrips
- klimafreundliche Anreise
- kleine, lokale und/oder zertifizierte Unterkünfte
- regionale Restaurants
Und genau hier steckt oft das Sparpotenzial.
1. Slow Travel spart Geld
Wer nachhaltig reist, reist langsamer.
Statt drei Wochenenden im Jahr mit Flugreise, Gepäckgebühren und Transferkosten zu planen, entscheidet man sich vielleicht für eine längere Reise.
Weniger An- und Abreisen bedeutet:
- weniger Transportkosten
- weniger Stress
- oft bessere Unterkunftspreise bei längeren Aufenthalten
Langsamer reisen ist nicht nur nachhaltiger, sondern häufig auch günstiger.
2. Bahn statt Flug – manchmal überraschend günstig
Ja, ein Flug nach Mallorca kann 29 € kosten.
Aber wenn man ehrlich rechnet (Gepäck, Transfer, Parkgebühren, Zeitverlust), sieht die Sache oft anders aus.
Gerade innerhalb Europas sind:
- Bahnreisen
- Nachtzüge
- Frühbucher-Tarife
eine echte Alternative – preislich und ökologisch.
Und: Man spart sich Mietwagenkosten, wenn das Ziel gut angebunden ist.
3. Kleine Unterkünfte statt großer Hotelanlagen
Nachhaltige Unterkünfte sind nicht automatisch Luxus-Boutiquehotels.
Oft sind es:
- familiengeführte Pensionen
- Eco-Lodges
- Agriturismi
- Gästehäuser
Diese sind häufig preislich absolut konkurrenzfähig – manchmal sogar günstiger als große Resorts. Und das Geld bleibt vor Ort.
4. Regional essen ist nicht teurer
Straßenmärkte, kleine Restaurants, saisonale Küche – all das ist oft günstiger als Hotelrestaurants oder All-inclusive-Angebote.
Nachhaltig reisen bedeutet:
- weniger Food Waste
- weniger importierte Produkte
- mehr lokale Wertschöpfung
Und häufig auch: besseres Essen zu fairen Preisen.
5. Nachhaltigkeit spart langfristig
Hier kommt ein Punkt, den viele vergessen:
Nachhaltiges Reisen setzt auf Qualität statt Quantität.
Statt fünf Billigtrips mit Stressfaktor → eine durchdachte Reise mit echtem Erlebniswert.
Eben nicht versuchen, Reisen zu „sammeln“ wie Thanos Infinity-Steine! Weniger Impulskäufe, weniger unnötige Transfers, weniger „Ach, komm, das machen wir noch schnell“ – das wirkt sich direkt aufs Reisebudget aus.
Aber ja – es gibt Ausnahmen
Natürlich gibt es Luxus-Öko-Resorts, die mehr kosten.
Natürlich sind faire Löhne im Preis enthalten und wirken sich darauf aus.
Doch nachhaltiges Reisen bedeutet nicht automatisch Luxus und Clamping, sondern bewusste Entscheidungen.
Und bewusste Entscheidungen sind oft sogar wirtschaftlicher, wie im Haushalt, so auch auf Reisen.
Fazit: Nachhaltig reisen ist eine Frage der Planung – nicht des Geldbeutels
Das Vorurteil hält sich, aber es stimmt so nicht.
Nachhaltiges Reisen ist kein Elite-Projekt für Menschen mit großem Budget oder Doktortitel!
Es ist:
- bewusst
- durchdacht
- regional
- oft entschleunigt
- und häufig überraschend bezahlbar
Wer nachhaltig reist, investiert nicht unbedingt mehr Geld, sondern mehr Aufmerksamkeit und Gewinnt Lebensqulität.
Und genau das macht den Unterschied!






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